Hofgeschichte

Unser Hof trägt eine sehr wechselvolle Geschichte.

Im Jahre 1605 wurde er, wie viele andere in dieser Grafschaft, das erste Mal vermessen, aufgezeichnet und somit schriftlich festgehalten.

Der Hof hieß damals Paschenmersch. Im münsterländischen Raum war es üblich, daß bei Einheirat eines Mannes, dieser den Namen des Hofes annahm. In unserer Hofgeschichte galt diese Regel offenbar nicht. Der Name Paschenmersch hielt sich nur bis zum Jahre 1749. Von da an bis 1881 war der Hofname Mersch.

Im Jahre 1818 wurde die Hofstelle wegen Verfall neu aufgebaut. Schon 10 Jahre später brannte sie unglücklicherweise durch einen Blitzeinschlag ab. Dieses erzählt eine Giebelinschrift, die beim Wiederaufbau angebracht wurde:

Wir haben nicht gebaut aus Pracht, sondern die Not hat uns dazu gebracht. Das vorherige Haus ist, wie allen bekannt, am 10. April 1828 abgebrannt. Wo es durch einen Gewitterschlag in vollen Flammen ausbrach und verzehrte in ganz grimmiger Glut Haus, Stall, Vieh und alles Gut. Nachdem es war erst 10 Jahre gebaut, wurde es innerhalb ein paar Stunden in Asche beschaut.
Vor solchen Schaden laß uns der Herr behüten und beschützen bis in alle Ewigkeit.

Johann Gerhard Mersch und Anna Catharina Otten 05. Oktober Anno 1828
Gerhard Schildwächter war wie viele andere in seiner Zeit aus Existenzgründen nach Amerika ausgewandert.
Nach einigen Jahren kehrte er, finanziell gut gestellt, in seine Heimat zurück. Am 04.10.1881 heiratete er Maria Luise Mersch, Enkeltochter des Johann Gerhard Mersch. So änderte sich der Hofname.

Der einzige Sohn aus dieser Ehe fiel im ersten Weltkrieg, so dass der Vater aus Trauer um seinen Sohn August ein Hofkreuz errichten ließ. Dieses steht heute noch und trägt die Inschrift: Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen, Morgen in das kühle Grab.

Zur Erinnerung an meinen Sohn
gefallen im 1. Weltkrieg 1914 – 18
gew. G. Schildwächter

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Wiederum wechselte der Hofname, denn die Jüngste der sechs Töchter des Gerhard Schildwächters, Mathilde, -heiratete August Holtkamp. Beide bewirtschafteten den Hof bis zum 04. April 1945. An diesem Tag wurde die Hofstelle unter Panzerbeschuss der englischen Armee genommen. Hinter den Hofmauern hielten sich deutsche Offiziersanwärter versteckt. Der Hof brannte ab – auf der heutigen Giebelinschrift steht dieses geschrieben:

Durch feindlichen Panzerbeschuß versank Haus, Hof, Stall und Vieh und alles Gut in Feuersglut am 4. April 1945. Mit Gottes Beistand und guter Menschen Hilfe haben wir den Hof wieder aufgebaut. Wohl Dem der auf den Herrn vertraut.

August Holtkamp
Mathilde Holtkamp, geb. Schildwächter
Anno 1949

 

Den neu errichteten Hof erbte Sohn Franz-Josef Holtkamp, nachdem er 1949 aus russischer Gefangenschaft heimkehrte. Er heiratete Hildegard Bögel. Aus dieser Ehe entstammen drei Kinder, von denen Ludger Holtkamp gemeinsam mit seiner Frau Hannelore, geb. Potthoff, den Hof 1993 übernahm und seither bewirtschaftet. 1995 wurde die ehemalige Tenne, wo früher Vieh und Futter untergebracht war,  umgebaut und dient seither als Bauernhof-Café.

Es ist wohl die wunderbare Umgebung und das schöne Tecklenburger Land, das unsere Vorfahren ermutigt hat, trotz aller widrigen Umstände hierzu-bleiben.

Erleben auch Sie den Reiz dieser Landschaft und geniessen Sie die Gastfreundschaft und die außergewöhnliche Atmosphäre unseres Bauernhof-Cafés.

Wir heißen Sie herzlich Willkommen.
Ihre Familie Holtkamp

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Holtkamp's Deele · Bocketaler Straße 155 · 49479 Ibbenbüren · Tel. 05451/88811